Kesselhaus im Alten E-Werk Gernsheim
„ Gedruckte Urzeit Spuren im Stein – Spuren im Bild“ mittwochs 14 - 18 Uhr
Foto: Harald Haza von Radlitz
Von links nach rechts: Bürger-meister Peter Burger, Zweiter Bürgermeister Johannes Schröter Solnhofen, Mario Derra und Dr. Valentina Rosina
„Gedruckte Urzeit- Spuren im Stein – Spuren im Bild““ Neue Ausstellung im Kesselhaus des Alten E-Werks in Gernsheim eröffnet.
Die neue Ausstellung, zu der Mario Derra am Internationalen Museumstag am 17. Mai zahlreiche Gäste begrüßen konnte, darunter auch den zweiten Bürgermeister Johannes Schöter aus Solnhofen, wird nun bis zum 7. November im Kesselhaus des Alten E-Werks gezeigt. Wie der Künstler Mario Derra zu Beginn erklärte sei seine Beschäftigung mit der Lithografie vielen glücklichen Umständen geschuldet. Schon in der Kindheit sei er auf den Wundervogel Archaeopteryx aufmerksam geworden, der schon zur Schulzeit zum Gegenstand von Zeichnungen wurde. Neben einer Förderung im Studium habe vor allem die durch einen Schulkamerad entstandenen Austausch mit dem schwedischen Künstlerehepaar Bella und Louis Lindholm in den 70iger Jahren zu einer ersten Auseinandersetzung mit künstlerischer Lithografie geführt. Mitte der Achtziger Jahre führte der Weg nach Solnhofen, wo seither eine Zusammenarbeit mit dem dortigen Museum besteht.
So seien zwischenzeitlich dort in den letzten 35 Jahren eine Vielzahl an Lithografien vom Stein entstanden. Auch die größte Lithografie der Welt mit 11,24m Länge entstand 2002 dort, während in Gernsheim die 21 großformatigen Farbholzschnitte des Schöfferzyklus geschnitten wurden. Beides mit Unterstützung der jeweiligen Bürgermeister und seither in vielen namhaften Museen im In- und Ausland gezeigt – einmal sogar gemeinsam im Südkoreanisch Early-Printing-Museum Cheogju. Jetzt treffen die Holzschnitte im Maschinenhaus wieder auf die Lithografien mit Motiven von Solnhofen im Kesselhaus.
Wie die wissenschaftliche Leiterin des Museums Araeopteryxwelten Solnhofen, Dr. Valentina Rosina bei ihrer Einführung schilderte, gibt es weltweit keine weitere Lagerstätte des Platten-kalkes mit dieser speziellen Reinheit und Feinheit. Dadurch sei das Material sowohl in der Lage gewesen vor 152 Millionen Jahre Lebewesen einzuschließen und als steinerne Tressore bis heute perfekt zu erhalten. Aber auch die Technik des Steindruckes konnte damit erfunden und ausgeführt werden. Solnhofen sei nun sehr erfreut neben einer neuen Auswahl bedeutender Fossilien auch die von Derra neu geschaffenen großformatigen Lithografien zeigen zu können. Speziell für Gernsheim habe sie eine Auswahl dieser in der Wissenschaft noch nicht beschriebenen Preziosen für die Eröffnung mitgebracht. Ebenfalls eingerichtet sei ein Büchertisch mit der wichtigsten Literatur zu dem einzigartigen Solnhofener Stein.
Im Kesselhaus, dort wo die Lithografien auf historischen Pressen entstanden, zeigt Derra nun die neusten Arbeiten. Seine Lithografien verbinden wissenschaftliche Präzision mit künstlerischer Fantasie und greifen jene Fossilien auf, deren sensationelle Funde – darunter Archaeopteryx und der Quastenflosser – die evolutionstheoretischen Ideen von Charles Darwin eindrucksvoll bestätigten. Die Ausstellungen in Solnhofen und in Gernsheim können noch bis zum 7. November 2026
Zum Abschluss wies Bürgermeister Peter Burger auf die Wichtigkeit des Internationalen Museumstages für die Vermittlung und Aufbereitung von Sammlungen hin, die die Begegnung von Laien mit Fachleuten erst ermöglichen. Erst dies ermöglicht originale Objekte in Augenschein zu nehmen, die sonst im Depot lagern. Sachkundig berichtete Burger, dass mit der Erfindung des Flachdruckes das mechanische Druckverfahren von Peter Schöffer auf eine Ebene gebracht wurde, aus der später der Offset-Druck hervorging.
Solnhofens Zweiter Bürgermeister Johannes Schröter wurde die Aufgabe zuteil die Ausstellung zu eröffnen.
DIe Ausstellungen im Gernsheimer E-Werk sind jeweils mittwochs von 14 bis 18 Uhr geöffnet. An allen September-Sonntagen ist ebenfalls von 14 – 18 Uhr geöffnet.
Beteiligungen 2026:
29. März bis 8.Nov. 2026 „ Gedruckte Urzeit Spuren im Stein – Spuren im Bild“ im Museum Archaepoteryxwelten Solnhofen
Foto Museum Achaeopteryxwelten Solnhofen. Von lins nach rechts: 1. Bürgermeistrer Tobias Eberle, MDL Helmut Schnotz, Yvonne Herrchen-Pijnenburg, Dr. Valentina Rosina, Thomas Gerasch, Mario Derra und der Vorsitzende des Förderevereins Thomas Herrscher
„In dieser Sonderausstellung trifft künstlerische Interpretation auf paläontologische
Wirklichkeit. Im Mittelpunkt stehen Lithografien des renommierten Künstlers Mario Derra,
der sich in seiner Arbeit intensiv mit den fossilen Meeresbewohnern der Solnhofener
Plattenkalke auseinandersetzt – darunter Ammoniten, Fische, Flugsaurier und der
weltberühmte Archaeopteryx“
Der Solnhofener Plattenkalk ist nicht nur eine geologische Besonderheit, sondern auch das historische Fundament eines revolutionären Druckverfahrens: der Lithografie, die durch Alois Senefelder Ende des 18. Jahrhunderts entwickelt wurde. Der Flachdruck blieb über mehr als ein Jahrhundert hinweg die führende Technik für bildhafte Darstellungen und hat Kunst- wie Druckgeschichte nachhaltig geprägt.
Im Jahr 2026 präsentiert das Museum „Archaeopteryxwelten Solnhofen“ eine außergewöhnliche Sonderausstellung, in der künstlerische Interpretation und paläontologische Wirklichkeit in einen faszinierenden Dialog treten. Unter dem Titel „Gedruckte Urzeit: Spuren im Stein – Spuren im Bild“ zeigt das Museum eindrucksvolle Lithografien des renommierten Künstlers Mario Derra, die den fossilen Meeresbewohnern der SolnhofenerPlattenkalke gewidmet sind – darunter Ammoniten, Fische, Flugsaurier und selbstverständlich der weltberühmte Archaeopteryx.
Bereits vor 35 Jahren begann Mario Derra seine intensive Auseinandersetzung mit den Lagerstätten des lithographischen Plattenkalks – einem Material, das weltweit ausschließlich im bayerischen Altmühltal in Solnhofen und seinen Nachbargemeinden in dieser außergewöhnlichen Reinheit vorkommt. Seine Lithografien verbinden wissenschaftliche Präzision mit künstlerischer Fantasie und greifen jene Fossilien auf, deren sensationelle Funde – darunter Archaeopteryx und der Quastenflosser – die evolutionstheoretischen Ideen von Charles Darwin eindrucksvoll bestätigten.
Die großformatigen, atmosphärisch inszenierten Kunstwerke an den Wänden werden durch eine sorgfältig kuratierte Vitrinenpräsentation ergänzt. Besucherinnen und Besucher können eine Auswahl originaler Fossilien aus der privaten Sammlung von Peter und Marianne Werth entdecken, die über Jahrzehnte hinweg mit Leidenschaft, Fachkenntnis und Geduld die außergewöhnliche Vielfalt der Solnhofener Plattenkalk-Fossilien zusammengetragen haben. Besonders bemerkenswert sind seltene Fisch- und Krebstierfossilien, viele davon hervorragend präpariert von Peter Werth persönlich. Diese Sammlung bildet ein kultur- und wissenschaftshistorisches Erbe, das die tiefe Verbundenheit der Region mit ihrer traditionsreichen Steinbruch- und Fossiliensammlerkultur widerspiegelt. Die Ausstellung ist damit nicht nur eine Hommage an die urzeitliche Schönheit der Natur, sondern auch an die Menschen, die sie mit Hingabe bewahrt haben.
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Mario Derra
"Der Blick aufs Ried" - Graphiken aus drei Jahrzehnten.
Die Ausstellung ist wegen Inventarisierungs- und Umbauarbeiten zur Zeit nicht geöffnet.
Etwa 150 Originalarbeiten aus drei Schaffensjahrzehnten umfasst die Dauerausstellung des Künstlers Mario Derra, im Maschinenhaus des alten E-Werks in Gernsheim. Derra, ein Künstler, der der Region eng verbunden ist, hat weltweit mit seinen außergewöhnlichen Werken – sowohl motivisch als auch größenmäßig – Aufmerksamkeit erregt und 2016 den Kulturpreis des Kreises Groß-Gerau erhalten. Für die größte Lithographie der Welt in mittelfränkischen Solnhofen erhielt er sogar einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde. 2002 – 2005 war er Parkzeichner im Staatspark Fürstenlager, Bensheim Auerbach.